<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de-DE"><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="4.4.1">Jekyll</generator><link href="https://www.braun-balzer.de/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://www.braun-balzer.de/" rel="alternate" type="text/html" hreflang="de-DE" /><updated>2026-09-13T19:35:16+02:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/feed.xml</id><title type="html">Ines Braun-Balzer</title><subtitle>Machen Sie sich und Ihr Unternehmen international erfolgreicher mit interkultureller Organisationsentwicklung.</subtitle><entry><title type="html">Das spanische „Impfwunder“ – gibt es kulturelle Gründe?</title><link href="https://www.braun-balzer.de/das-spanische-impfwunder-gibt-es-kulturelle-gruende/" rel="alternate" type="text/html" title="Das spanische „Impfwunder“ – gibt es kulturelle Gründe?" /><published>2021-11-08T15:33:28+01:00</published><updated>2021-11-08T15:33:28+01:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/das-spanische-impfwunder-gibt-es-kulturelle-gruende</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/das-spanische-impfwunder-gibt-es-kulturelle-gruende/"><![CDATA[<h2 id="die-impfquote-ist-in-ganz-spanien-im-vergleich-zu-anderen-ländern-sehr-hoch-vollständig-geimpft-sind-798-mindestens-1-dosis-haben-809-quelle-httpsourworldindataorgcovid-vaccinations-stand-291021-nur-portugal-ist-als-europäisches-land-weiter-oben-angesiedelt">Die Impfquote ist in ganz Spanien im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch: vollständig geimpft sind 79,8%, mindestens 1 Dosis haben 80,9%. (Quelle <a href="https://ourworldindata.org/covid-vaccinations">https://ourworldindata.org/covid-vaccinations</a>, Stand 29.10.21). Nur Portugal ist als europäisches Land weiter oben angesiedelt.</h2>

<p>Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass das spanische Gesundheitssystem am Anfang der Pandemie besonders zu kämpfen hatte, war Spanien doch neben Italien besonders hart getroffen. Praktisch jeder Spanier hat jemanden in seinem Umfeld, der an Covid-19 gestorben ist oder schwer erkrankt ist.</p>

<p>Wir erinnern uns alle an die Bilder von überfüllten Intensivstationen und auch an einen ganz strikten Lockdown: absolute Ausgangssperre, das Verlassen des Hauses war nur zum Arbeiten und Einkaufen gestattet. Gerade für die geselligen Spanier besonders einschneidend. Kritik oder gar Demonstrationen aber waren Fehlanzeige.</p>

<h2 id="was-sind-die-gründe-dafür">Was sind die Gründe dafür?</h2>

<p><strong>Vertrauen in das Gesundheitssystem</strong></p>

<p>Das Gesundheitssystem in Spanien hat einen guten Ruf. Es ist relativ jung, in den 80er-Jahren erst nach der Franco-Ära aufgebaut. Es steht allen Bürgern gleichermaßen zur Verfügung ohne zwischengeschaltete Versicherungen.[1] Fragen Sie Spanier nach ihrer Gesundheitsversorgung, ist die Mehrheit völlig zufrieden.</p>

<p><strong>Hohe Impfbereitschaft durch „Trauma“ in der Ära Franco</strong></p>

<p>Gerade Impfungen sind für Spanier:innen ein emotionales Thema, erinnern sich noch viele an die Franco-Diktatur, als nicht oder sehr spät gegen Polio geimpft wurde[2] und schwere Behinderungen und Todesfälle zur Folge hatte.  Vor kurzem hat die Regierung Menschen, die damals an Polio erkrankten, als Opfer des Regimes anerkannt.</p>

<p>So gibt es in Spanien ganz wenige Impfskeptiker: spanische Kinderärzt:innen berichten, dass so gut wie keine Eltern die Standard-Kinderschutzimpfungen infrage stellen.[3]</p>

<p>Das Vertrauen der Spanier in Impfstoffe im Allgemeinen hat auch das Vertrauen in die Covid-19-Impfung gestärkt. Nach einer im Juni veröffentlichten Studie des Imperial College London vertrauen 79 % der Spanier den neuen Impfstoffen, gegenüber 62 % in den USA und 56 % in Frankreich.[4]</p>

<p>Die Vergabe von Impfterminen ist zentral geregelt und läuft mit ein bis zwei Tagen Vorlauf per SMS oder Anruf. Keine:r musste sich selbständig um eine Impfung bemühen und auch eine Diskussion um die Reihenfolge blieb aus, da Gleichaltrige ungefähr zeitgleich einen Impftermin bekamen.</p>

<p><strong>Familienzusammenhalt sorgt für Impfbereitschaft</strong></p>

<p>Ein anderer Grund für die hohe Impfquote ist sicherlich der starke Familienzusammenhalt. Einerseits durch den arabischen Einfluss, andererseits wiederum durch die Francozeit ist die um enge Freunde und entferntere Familie wie Cousins etc. erweiterte Kernfamilie Dreh- und Angelpunkt des spanischen Lebens. Beispiel hierfür ist das allsonntägliche Familienessen, das auf keinen Fall ausgelassen werden darf. Hierbei treffen sich alle Generationen zum gemeinsamen Essen. Auch sind viele Spanier:innen nicht bereit, für einen Job in eine andere Stadt, weg von ihrer Familie zu ziehen. Überhaupt bleibt man als Unverheiratete:r zuhause wohnen. Ich erinnere mich noch gut daran, dass es eine große Ausnahme war, dass meine spanische Mitbewohnerin, obwohl unverheiratet, zu Hause aus- und mit mir eine Wohngemeinschaft ziehen durfte. Das Bewusstsein, mit einer Impfung gerade ältere Familienmitglieder zu schützen, hat die Impfentscheidung sicherlich erleichtert. Wie sagte eine spanische Bekannte zu mir: „<em>Me pondría la vacuna del coronavirus si con eso ayudo a proteger a mis mayores</em>. (Ich würde mir eine Impfung gegen das Coronavirus nehmen, wenn das hilft, meine Älteren zu schützen)“</p>

<p>Wie man sieht, sind historische und auch kulturelle Gründe wie Familienorientierung Grund für die hohe Impfquote.</p>

<p><strong>Haben Sie noch mehr Ideen, was der Grund sein könnte für die hohe Impfbereitschaft in Spanien? Gerade im Vergleich zu anderen europäischen Ländern?</strong></p>

<p><strong>Melden Sie sich gerne! Ich freue mich über Ihre Anregungen!</strong></p>

<hr />

<p>[1] Daniel López-Acuña, ehemaliger WHO-Direktor für Krisenmanagement und derzeit außerordentlicher Professor an der Andalusischen Schule für öffentliche Gesundheit https://de.euronews.com/2021/09/06/kein-drohen-keine-versprechen-warum-spanien-trotzdem-so-erfolgreich-impft</p>

<p>[2]  Josep Lobera, Soziologieprofessor an der Autonomen Universität Madridhttps://de.euronews.com/2021/09/06/kein-drohen-keine-versprechen-warum-spanien-trotzdem-so-erfolgreich-impft</p>

<p>[3]  Josep Lobera, Soziologieprofessor an der Autonomen Universität Madridhttps://de.euronews.com/2021/09/06/kein-drohen-keine-versprechen-warum-spanien-trotzdem-so-erfolgreich-impft</p>

<p>[4] https://de.euronews.com/2021/09/06/kein-drohen-keine-versprechen-warum-spanien-trotzdem-so-erfolgreich-impft</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="allgemein" /><summary type="html"><![CDATA[Die Impfquote ist in ganz Spanien im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch: vollständig geimpft sind 79,8%, mindestens 1 Dosis haben 80,9%. (Quelle https://ourworldindata.org/covid-vaccinations, Stand 29.10.21). Nur Portugal ist als europäisches Land weiter oben angesiedelt. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass das spanische Gesundheitssystem am Anfang der Pandemie besonders zu kämpfen hatte, war Spanien doch]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/corona.webp" /><media:content medium="image" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/corona.webp" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Von Pfirsichen und Kokosnüssen</title><link href="https://www.braun-balzer.de/von-pfirsichen-und-kokosnuessen/" rel="alternate" type="text/html" title="Von Pfirsichen und Kokosnüssen" /><published>2021-01-24T19:11:41+01:00</published><updated>2021-01-24T19:11:41+01:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/von-pfirsichen-und-kokosnuessen</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/von-pfirsichen-und-kokosnuessen/"><![CDATA[<p><img src="/assets/images/american-flag.webp" alt="" /></p>

<p>Die deutsche Familie Dachner lässt sich mit ihrer Familie in der Nähe von Boston nieder. Frau Dachner ist von Anfang an begeistert: Das Haus ist perfekt und mit dem Umzug hat alles wunderbar geklappt. Auch ihre Kinder haben schon bald andere Kinder zum Spielen gefunden. Es ist Sommer und man trifft sich unter Nachbarinnen auf ein Glas Sekt und schaut den Kindern beim Spielen zu oder grillt als Familie auch schon mal zusammen. Die Nachbarn sind sehr hilfsbereit und geben viele Tipps. Leider nimmt der anfänglich schon fast überschwängliche Kontakt mit der Zeit ab und Frau Dachner ist zunehmend enttäuscht und fühlt sich wie vor den Kopf gestoßen. Hatten sie nicht eine freundschaftliche Beziehung zu ihren Nachbarn aufgebaut?</p>

<h2 id="freundlich-heißt-nicht-freundschaftlich">Freundlich heißt nicht freundschaftlich</h2>

<p>In den USA geht das Knüpfen von Kontakten schnell. Man nennt sich unkompliziert beim Vornamen und tauscht schnell persönliche und private Informationen aus. Der berühmte „<em>american smile</em>“ darf dabei nicht fehlen.</p>

<p>Kein Zweifel, die ausgetauschten Nettigkeiten sind ernst gemeint. Aber sie bedeuten nicht, dass man mit der anderen Person befreundet ist.</p>

<h2 id="pfirsich--vs-kokosnusskultur">Pfirsich- vs. Kokosnusskultur</h2>

<p>Der deutsche Sozialwissenschaftler Kurt Lewin hat 1936[1] als einer der ersten formuliert, dass die individuelle Identität auch durch die Kultur geprägt ist, in der die Person aufgewachsen ist. Dieses Modell wird häufig als Pfirsich- und Kokosnuss-Modell bezeichnet, auch Fons Trompenaars benutzt es: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hmyfjKjcbm0&amp;feature=emb_logo">https://www.youtube.com/watch?v=hmyfjKjcbm0&amp;feature=emb_logo</a></p>

<p>. Modelle wie diese verallgemeinern stark und scheren alle Mitglieder einer Kultur über einen Kamm, was zu Stereotypenbildung führen kann. Ist man sich dessen bewusst, ist dies dennoch mit der gebotenen Vorsicht eine adäquate Methode, kulturelle Verhaltensweisen zu untersuchen.</p>

<hr />

<p>[1] Kurt Lewin: „There can be close personal relationships without personal friendship“</p>

<p>Lewin, K. (1936). Some social-psychological differences between the United States and Germany. <em>Character &amp; Personality; A Quarterly for Psychodiagnostic &amp; Allied Studies, 4,</em> 265–293.</p>

<p>Pfirsichkultur</p>

<p>Die USA oder auch zum Beispiel Brasilien sind nach dieser Theorie klassische Pfirsich-Kulturen: Das Fruchtfleisch ist weich, der Kern innen hart. Die anfänglich freundliche (weiche) Haltung, mit der jedem mit derselben Freundlichkeit geholfen wird und jeder sich wohlfühlen soll. Um aber zum harten Kern eines Pfirsichs vorzudringen, ist Zeit nötig. Freundlichkeit bedeutet nicht gleich Freundschaft. Dieses amerikanische Verhalten wird häufig als oberflächlich wahrgenommen, da die Menschen lange unverbindlich bleiben und erst nach einer Weile tiefer auf jemanden eingehen. Vielleicht hat dieses Verhalten im Falle der USA mit der schieren Größe des Landes zu tun, in dem Menschen häufig umziehen und deshalb regelmäßig auf Hilfe und ein offenes soziales Umfeld angewiesen sind.</p>

<h2 id="kokosnusskultur">Kokosnusskultur</h2>

<p>Umgekehrt sind die Leute aus einer Kokosnuss-Kultur wie Deutschland oder auch Schweden zu Beispiel verschlossener gegenüber jemandem, mit dem sie keine Freundschaft verbindet. Menschen aus einer Pfirsich-Kultur stufen das zurückhaltende Verhalten von Mitgliedern einer Kokosnuss-Kultur oftmals als arrogant oder sogar feindselig ein. Knackt man aber die harte Schale, ergeben sich langanhaltende Freundschaften. Im Gegensatz zu den USA sind Menschen mit Kokosnuss-Kultur oft weniger mobil und die Beziehungen der Meschen untereinander halten oft ein Leben lang. Nicht von ungefähr gibt es im Deutschen ein Sprichwort, das sagt: „man sieht sich immer zweimal im Leben.“</p>

<h2 id="interkulturelle-kommunikation-erfordert-zeit-und-geduld">Interkulturelle Kommunikation erfordert Zeit und Geduld</h2>

<p>In Frau Dachners Fall handelt es sich um den weichen Kern eines Pfirsichs, den sie zunächst kennengelernt hat. Frau Dachner ist also auf dem richtigen Weg, mit ihren Nachbarn echte Freundschaft zu knüpfen. Alles, was sie braucht, ist Zeit und Geduld, um auch zum Kern der Personen vorzudringen.</p>

<p>Was ist mit Ihnen, hatten auch Sie mal eine solche Begegnung? Ich würde mich freuen, wenn Sie mir davon berichten würden!</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Die deutsche Familie Dachner lässt sich mit ihrer Familie in der Nähe von Boston nieder. Frau Dachner ist von Anfang an begeistert: Das Haus ist perfekt und mit dem Umzug hat alles wunderbar geklappt. Auch ihre Kinder haben schon bald andere Kinder zum Spielen gefunden. Es ist Sommer und man trifft sich unter Nachbarinnen auf]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/american-flag.webp" /><media:content medium="image" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/american-flag.webp" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Abstandsgebot – Wird sich nach Corona alles ändern?</title><link href="https://www.braun-balzer.de/abstandsgebot-wird-sich-nach-corona-alles-aendern/" rel="alternate" type="text/html" title="Abstandsgebot – Wird sich nach Corona alles ändern?" /><published>2020-05-12T10:19:26+02:00</published><updated>2020-05-12T10:19:26+02:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/abstandsgebot-wird-sich-nach-corona-alles-aendern</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/abstandsgebot-wird-sich-nach-corona-alles-aendern/"><![CDATA[<p><strong>Fast überall auf der Welt wird ein Abstand von 1,5 bis 2m zwischen Personen vorgeschrieben, um das Corona-Virus an seiner Ausbreitung zu hindern. Dabei fällt es manchen Menschen schwerer und anderen leichter, sich daran zu halten. Was sind die Gründe dafür? Und hat die Veränderung der normalen Abstandsregeln Auswirkungen auf den normalen Umgang miteinander?</strong></p>

<p><strong>Abstand ist kulturell bedingt</strong></p>

<p>Die sogenannte Proxemik, ein Begriff, der von Edward T. Hall in den 1960er Jahren geprägt wurde, geht davon aus, dass Abstand kulturell geprägt ist, vergleiche den Blogbeitrag (siehe <a href="/komm-mir-nicht-zu-nahe-wie-nah-ist-mir-zu-nah/">/komm-mir-nicht-zu-nahe-wie-nah-ist-mir-zu-nah/</a>).</p>

<p>In Deutschland fühlen wir uns am wohlsten, wenn wir zum Gegenüber einen Abstand von etwa einer Armlänge (50-80cm) einhalten. In anderen Ländern wie zum Beispiel Spanien hält man sich nur so weit voneinander entfernt, dass man noch den Ellbogen seines Gesprächspartners anfassen könnte. Auch die Begrüßung mit Küsschen oder Handschlag sind kulturell bedingt und zeigen unterschiedliche Arten, Nähe zuzulassen.</p>

<p><strong>Was passiert in der Corona-Krise?</strong></p>

<p>Zu Zeiten von Corona wird das Abstandsgebot auf den Kopf gestellt. Überall auf der Welt gilt die Vorgabe, 1,5 bis 2m Abstand zu halten.</p>

<p>Wie ist das jetzt aber bei Menschen, die kulturell bedingt viel Nähe zulassen? Die Umstellung auf einen weiteren Abstand ist für diese Menschen sicherlich schwerer umzusetzen als für Menschen aus Deutschland zum Beispiel, die schon von sich aus weiteren Abstand lassen.</p>

<p>Für die einen ist Abstand Halten also schwieriger als für andere. Überhaupt ist körperliche Nähe für das körperliche Wohlbefinden essentiell. Für manche Menschen ist ihr Fehlen ganz unabhängig von kulturellen Vorgaben sehr schlimm. Aus diesem Grund gibt es auch „Nähe-Coachs“ oder  „Profikuschler“, die das Defizit versuchen auszugleichen (siehe   <a href="https://www.spiegel.de/psychologie/corona-lockdown-darum-sehnen-wir-uns-nach-beruehrung-a-00000000-0002-0001-0000-000170323264">https://www.spiegel.de/psychologie/corona-lockdown-darum-sehnen-wir-uns-nach-beruehrung-a-00000000-0002-0001-0000-000170323264</a> ).</p>

<p><strong>Hygienische Vorschriften zur Bekämpfung von Krankheiten gab es auch schon früher</strong></p>

<p>Schon in der Vergangenheit sind hygienische Vorschriften zur Bekämpfung von Krankheiten eingesetzt worden (siehe <a href="https://www.stimme.de/themen/gesundheit/Pest-Cholera-und-jetzt-Corona-Was-die-Menschen-aus-frueheren-Seuchen-gelernt-haben;art74650,4336300">https://www.stimme.de/themen/gesundheit/Pest-Cholera-und-jetzt-Corona-Was-die-Menschen-aus-frueheren-Seuchen-gelernt-haben;art74650,4336300</a>).</p>

<p>Um Tuberkulose einzudämmen, wurde bis Mitte des 20.Jahrhunderts den Menschen verboten, wie es damals üblich war, auf den Boden zu spucken. Überall wurden Spucknäpfe deswegen angebracht. Anhusten einer Person wurde auch nicht mehr gut geheissen. Heute gehört es weder zur gesellschaftlichen Konvention jemanden anzuhusten noch auf den Boden zu spucken. Die kulturelle Verhaltensweise wurde aus gesundheitlichen Aspekten verändert.</p>

<p><strong>Verändert sich die kulturelle Praxis?</strong></p>

<p>Kultur ist etwas, das sich – wenn auch langsam – ständig verändert.</p>

<p>Als Bild wird hier oft ein Sandberg zitiert, dessen obere Teile sich durch Stürme etc. langsam wandeln (siehe Bolten: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/J%9Frgen_Bolten">https://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Bolten</a>). Auf lange Sicht wirkt sich dies auch auf das Fundament, die Rituale und sozialen Konventionen, aus. Dazu gehört auch das Abstand Halten.</p>

<p>Interessant wird es jetzt zu sehen, ob sich der Abstand nach Corona wieder auf das für die jeweilige Kultur normale Maß zurückpendelt oder ob man sich weiterhin daran hält und wie bei der Bekämpfung der Tuberkulose das Verhalten ändert.</p>

<p>Was meinen Sie, wird sich das Corona-Abstandsgebot von 1,5 bis 2m halten und zur neuen kulturellen Konvention werden? Oder wird es wieder in die Zeit vor Corona zurückgedreht?</p>

<p>Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu! Ich bin gespannt darauf!</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Überall auf der Welt wird ein Abstand von 1,5 bis 2m zwischen Personen vorgeschrieben, um das Corona-Virus an seiner Ausbreitung zu hindern. Dabei fällt es manchen Menschen schwerer und anderen leichter, sich daran zu halten. Was sind die Gründe dafür?]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/social-distancing.webp" /><media:content medium="image" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/social-distancing.webp" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Kommunikation in Zeiten von Corona – Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden</title><link href="https://www.braun-balzer.de/kommunikation-in-zeiten-von-corona-unterschiede-zwischen-deutschland-und-den-niederlanden/" rel="alternate" type="text/html" title="Kommunikation in Zeiten von Corona – Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden" /><published>2020-04-16T11:43:52+02:00</published><updated>2020-04-16T11:43:52+02:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/kommunikation-in-zeiten-von-corona-unterschiede-zwischen-deutschland-und-den-niederlanden</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/kommunikation-in-zeiten-von-corona-unterschiede-zwischen-deutschland-und-den-niederlanden/"><![CDATA[<p>In Zeiten von Corona wird viel geschrieben, wie sich die Menschen zu verhalten haben, um das Virus an seiner Ausbreitung zu hindern. Gerade hier sind Unterschiede in der Kommunikation zwischen verschiedenen Ländern sichtbar.</p>

<h3 id="unterschiedliche-kampagnen"><strong>Unterschiedliche Kampagnen</strong></h3>

<p>Die Niederlande haben landesweit eine Kampagne lanciert, die überall (TV, Radio, Printmedien etc.) verbreitet wird. Sie soll die Bürger und deren Verhalten zum vorsichtigen Umgang miteinander sensibilisieren:<a href="https://www.rijksoverheid.nl/onderwerpen/coronavirus-covid-19/communicatiemiddelen-nederlands">https://www.rijksoverheid.nl/onderwerpen/coronavirus-covid-19/communicatiemiddelen-nederlands</a>.</p>

<p>Der Slogan <em>Alleen samen krijgen we corona onder controle</em> (nur zusammen bekommen wir Corona unter Kontrolle), steht sogar für alle sichtbar an der Autobahn auf großen Verkehrsschildern.</p>

<p>Wahlweise wird der Spruch begleitet von <em>thuis blijven</em> oder <em>afstand houden</em>(zuhause bleiben oder Abstand halten).</p>

<p>In Deutschland hat das Bundesministerium für Gesundheit die Kampagne #WirBleibenZuhause und #zusammengegencorona ins Leben gerufen: <a href="https://youtu.be/j2KN7m6AesE">https://youtu.be/j2KN7m6AesE</a>.</p>

<iframe loading="lazy" title="#WirBleibenZuhause - Aktionsvideo mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn" width="1240" height="698" src="https://www.youtube.com/embed/j2KN7m6AesE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen=""></iframe>

<p>Auch die BZgA hat ein Video online gestellt: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=wnx7cOZXX_8">https://www.youtube.com/watch?v=wnx7cOZXX_8</a>.</p>

<iframe loading="lazy" title="Warum Abstand halten so wichtig ist - #WirbleibenZuhause #ZusammengegenCorona" width="1240" height="698" src="https://www.youtube.com/embed/wnx7cOZXX_8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen=""></iframe>

<p>So weit, dass man einen einheitlichen Slogan überall und durchgängig präsentiert, sogar auf Autobahnschildern, gehen die Kampagnen aber nicht.</p>

<h3 id="-mit-unterschiedlichem-ziel"><strong>… mit unterschiedlichem Ziel</strong></h3>

<p>In der niederländischen Kampagne liegt der Fokus ganz klar auf dem “Wir.” Nur zusammen als Gesellschaft schaffen sie das. Dabei werden viele – gerne auch humorvolle – Bilder von Menschen gezeigt, die sich für andere einsetzen und sich um andere sorgen. Die Erklärung, warum Abstand halten etc. wichtig ist, tritt in den Hintergrund.</p>

<p>Im Gegensatz zu den niederländischen Produktionen in Deutschland zwar auch das Wir-Gefühl angesprochen. Es tritt aber wie im zweiten Video hinter die rationalen Erklärungen und Gründe für das Verhalten zurück. Im ersten Video spricht der Bundesgesundheitsminister und verleiht so als Respektsperson der Botschaft Nachdruck und betont deren Ernsthaftigkeit.</p>

<h3 id="sach--vs-beziehungsorientierung"><strong>Sach- vs. Beziehungsorientierung</strong></h3>

<p>Der Grund dafür liegt im unterschiedlichen Umgang der beiden Länder in der Kommunikation. Für die Niederländer ist eher das Gemeinschaftgefühl, die Beziehung untereinander, wichtig. Für die Deutschen hat die sachliche Begründung für das Verhalten mehr Gewicht.</p>

<p>In der interkulturellen Kommunikation spricht man daher von Sach- vs. Beziehungsorientierung. Ein Begriffspaar, das vom niederländischen Kulturwissenschaftler Geert Hofstede geprägt wurde.</p>

<p>Dabei geht es darum, dass, wenn sich zwei Menschen unterhalten, dies immer auf zwei Ebenen geschieht: der Beziehungs- und der Sach- bzw. Inhaltsebene. Letztere ist für den inhaltlichen Aspekt unerlässlich und vor allem im beruflichen Kontext wichtig. Die Beziehungsebene zeigt die Atmosphäre, die es zwischen Personen bei gemeinsamer Interaktion gibt. Grundsätzlich sind beide Ebenen wichtig, allerdings gibt es kulturelle Unterschiede in der Gewichtung der beiden Ebenen.</p>

<p>So ist in den Niederlanden ein harmonisches Miteinander, die persönliche Beziehung, fast genauso wichtig wie die sachliche Ebene.</p>

<p>In Deutschland hingegen geht es oftmals rein um die Sache und das harmonische Miteinander tritt in den Hintergrund. Hier gilt das viel beschworene „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.“</p>

<p>Auch im Umgang mit dem Corona-Virus kann man anhand der nationalen Kampagnen diesen Unterschied ganz klar erkennen.</p>

<h3 id="was-macht-man-also-wenn-man-als-deutscher-mit-niederländern-beruflich-zu-tun-hat"><strong>Was macht man also, wenn man als Deutscher mit Niederländern beruflich zu tun hat</strong>?</h3>

<p>Bauen Sie am besten eine persönliche Beziehung zu ihrem Geschäftpartner auf.</p>

<p>Mischen Sie dabei Berufliches und Privates, indem Sie nach Feierabend noch zusammen etwas trinken gehen und dabei auch von sich persönlich erzählen.</p>

<p>Wenden Sie sich bei Meetings nicht direkt der Sache zu, sondern berichten Sie persönliche Anekdoten, gerne auch mit einem Quäntchen Humor und Selbstironie. Dies fördert Ihre persönliche Beziehung und führt letztlich zu mehr beruflichem Erfolg!</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[In Zeiten von Corona wird viel geschrieben, wie sich die Menschen zu verhalten haben, um das Virus an seiner Ausbreitung zu hindern. Gerade hier sind Unterschiede in der Kommunikation zwischen verschiedenen Ländern sichtbar. Unterschiedliche Kampagnen Die Niederlande haben landesweit eine Kampagne lanciert, die überall (TV, Radio, Printmedien etc.) verbreitet wird. Sie soll die Bürger und]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/flags.webp" /><media:content medium="image" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/flags.webp" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Was Sie beachten sollten, wenn Sie mit NiederländerInnen Geschäfte machen</title><link href="https://www.braun-balzer.de/was-sie-beachten-sollten-wenn-sie-mit-niederlaenderinnen-geschaefte-machen/" rel="alternate" type="text/html" title="Was Sie beachten sollten, wenn Sie mit NiederländerInnen Geschäfte machen" /><published>2020-02-10T09:47:00+01:00</published><updated>2020-02-10T09:47:00+01:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/was-sie-beachten-sollten-wenn-sie-mit-niederlaenderinnen-geschaefte-machen</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/was-sie-beachten-sollten-wenn-sie-mit-niederlaenderinnen-geschaefte-machen/"><![CDATA[<p><strong>Auch wenn die Niederländer direkte Nachbarn zu Deutschland sind, gibt es in der Kommunikation viele – wenn auch manchmal subtile – Unterschiede, gerade wenn es um Geschäfte geht.</strong></p>

<p>Wer mit unseren Nachbarn Geschäfte machen will, tut gut daran, ein paar Verhaltensregeln zu beachten:</p>

<ol>
  <li>Seien Sie spontan, offen und nehmen Sie nicht alles so ernst. Mit einer gewissen Lockerheit und Humor sind die niederländischen Sympathien auf Ihrer Seite.</li>
  <li>Seien Sie flexibel in Besprechungen: Gehen Sie nicht mit einem vorgefertigten und unveränderlichen Plan in die Verhandlung, sondern machen Sie kleine Schritte. Niederländer wollen einbezogen sein und aktiv mitdenken. So entsteht auf beiden Seiten eine Win-Win-Situation.</li>
  <li>Treten Sie bescheiden auf: Titel, teure Autos und Standesdünkel beeindrucken nicht. Understatement und flache Hierarchien werden bevorzugt.</li>
  <li>Seien Sie persönlich und vermischen Sie Berufliches und Privates. Das informelle und gesellige Zusammensein nach Besprechungen oder Versammlungen, häufig beim „Borrel“ (kleiner Umtrunk), ist fast genauso wichtig wie die Besprechung selbst und baut Vertrauen auf.</li>
  <li>Deutsch ist keine internationale Sprache: Zu denken, Ihre niederländischen Geschäftspartner seien bereit, deutsch mit Ihnen zu sprechen, ist vermessen. Zwar beherrschen viele Niederländer gerade in der Grenzregion deutsch, die wichtigste Fremdsprache ist aber englisch.</li>
  <li>Duzen in den Niederlanden ist weit verbreitet. Es bedeutet aber nicht dasselbe Vertrauensverhältnis wie das deutsche „Du“.</li>
</ol>

<p>Und last not least: Unser Nachbarland ist die Niederlande. „Holland“ sind nur zwei kleine Provinzen und nicht das gesamte Land.</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Auch wenn die Niederländer direkte Nachbarn zu Deutschland sind, gibt es in der Kommunikation viele – wenn auch manchmal subtile – Unterschiede, gerade wenn es um Geschäfte geht. Wer mit unseren Nachbarn Geschäfte machen will, tut gut daran, ein paar Verhaltensregeln zu beachten: Seien Sie spontan, offen und nehmen Sie nicht alles so ernst. Mit]]></summary></entry><entry><title type="html">Weltsprache Englisch – wir sprechen sie alle, aber verstehen wir uns auch?</title><link href="https://www.braun-balzer.de/weltsprache-englisch-wir-sprechen-sie-alle-aber-verstehen-wir-uns-auch/" rel="alternate" type="text/html" title="Weltsprache Englisch – wir sprechen sie alle, aber verstehen wir uns auch?" /><published>2019-09-20T10:25:39+02:00</published><updated>2019-09-20T10:25:39+02:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/weltsprache-englisch-wir-sprechen-sie-alle-aber-verstehen-wir-uns-auch</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/weltsprache-englisch-wir-sprechen-sie-alle-aber-verstehen-wir-uns-auch/"><![CDATA[<h2 id="englisch-ist-voraussetzung-auf-internationalem-parkett">Englisch ist Voraussetzung auf internationalem Parkett</h2>

<p>Wie oft höre ich an unterschiedlichsten Stellen, man bräuchte nicht viele Fremdsprachen- geschweige denn interkulturelle Kompetenz, um mit Menschen aus anderen Kulturen klarzukommen. Man spreche Englisch und das könne inzwischen ja jeder.</p>

<p>Es mag stimmen, dass immer mehr Menschen die Sprache Englisch – wenn meistens auch nur leidlich – beherrschen.  Nicht umsonst ist Englisch auf internationalem Parkett die Standardsprache schlechthin.</p>

<h2 id="englisch-entbindet-nicht-von-kulturell-unterschiedlichen-gepflogenheiten">Englisch entbindet nicht von kulturell unterschiedlichen Gepflogenheiten</h2>

<p>In einem Meeting mit ausländischen Partnern kommen auf Sie – auch wenn sich alle in Englisch unterhalten – folgende zusätzliche Herausforderungen zu:</p>

<ul>
  <li>Sie müssen mit den jeweiligen Akzenten im Englischen zurechtkommen. Man braucht meistens eine Weile, bis man sich in seinen Gesprächspartner „hineingehört„ hat.</li>
  <li>Das Englisch-Level ist immer unterschiedlich – wie können Sie sicher sein, dass Ihr Geschäftspartner Sie so gut versteht, dass Ihr Meeting reibungslos verlaufen kann?</li>
  <li>Die Wörter, die Sie verwenden und auch deren Bedeutung sind kulturell geprägt, auch wenn Sie sie auf englisch sagen. So sind auch Satzbau etc. von der jeweiligen Muttersprache her definiert.</li>
  <li>Genauso verhält es sich mit der Art, wie Sie kommunizieren. Nur weil Sie das in englisch tun, heisst das noch nicht, dass sie anders, kulturspezifisch, auf Ihr Gegenüber eingehen.</li>
</ul>

<h2 id="kommunikation-ist-kulturell-bedingt--egal-welche-sprache-man-spricht">Kommunikation ist kulturell bedingt – egal welche Sprache man spricht</h2>

<p>Wenn Sie also erfolgreich mit ausländischen Geschäftspartnern o. Ä. umgehen wollen, kommen Sie nicht umhin, sich auch mit den kulturellen Gepflogenheiten der jeweiligen ausländischen Partners auseinander zu setzen.</p>

<p><strong>Ich kann Ihnen dabei helfen! Kontaktieren Sie mich!</strong></p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Englisch ist Voraussetzung auf internationalem Parkett Wie oft höre ich an unterschiedlichsten Stellen, man bräuchte nicht viele Fremdsprachen- geschweige denn interkulturelle Kompetenz, um mit Menschen aus anderen Kulturen klarzukommen. Man spreche Englisch und das könne inzwischen ja jeder. Es mag stimmen, dass immer mehr Menschen die Sprache Englisch – wenn meistens auch nur leidlich –]]></summary></entry><entry><title type="html">Mit anderen Kulturen interagieren ohne sich selbst zu verlieren</title><link href="https://www.braun-balzer.de/mit-anderen-kulturen-interagieren-ohne-sich-selbst-zu-verlieren/" rel="alternate" type="text/html" title="Mit anderen Kulturen interagieren ohne sich selbst zu verlieren" /><published>2019-08-29T10:30:47+02:00</published><updated>2019-08-29T10:30:47+02:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/mit-anderen-kulturen-interagieren-ohne-sich-selbst-zu-verlieren</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/mit-anderen-kulturen-interagieren-ohne-sich-selbst-zu-verlieren/"><![CDATA[<p><strong>Business mit Menschen aus anderen Ländern erfordert Wissen um die jeweiligen kulturellen Feinheiten und die Anwendung derselben. Dabei verlässt man oftmals die eigene Komfortzone.</strong></p>

<blockquote>
  <p>„Eigentlich bin ich ja mit der französischen Verhandlungskultur vertraut, aber ich finde es jedesmal so anstrengend, mich darauf einzulassen. Das führt dazu, dass ich unzufrieden werde und das letztlich den Ausgang der Verhandlungen beeinflusst.“</p>

  <p>Klientengespräch</p>
</blockquote>

<p>Dieses Problem kennen viele:</p>

<h3 id="was-muss-man-tun-wenn-man-mit-menschen-aus-anderen-kulturen-interagiert">Was muss man tun, wenn man mit Menschen aus anderen Kulturen interagiert?</h3>

<ol>
  <li>Sich bewusst darüber sein, dass es kulturelle Unterschiede gibt.</li>
  <li>Sich darüber informieren, welche kulturellen Unterschiede vorherrschen. Das ist in kritischen Situationen besonders wichtig: wenn man Feedback geben, seine Mitarbeiter motivieren oder eine bestimmte Idee vorantreiben möchte.</li>
  <li>Fähig sein, sein Verhalten der jeweiligen Situation anpassen zu können. Dies ist leichter gesagt als getan.</li>
</ol>

<p>Denn: Viele Menschen fühlen sich beim Versuch, ihr Verhalten bewusst einer bestimmten interkulturellen Situation anzupassen, unsicher und nicht authentisch. Dadurch entsteht ein ungutes Gefühl, oft auf beiden Seiten. Mit kulturellem Geschick muss das nicht sein!</p>

<h3 id="kulturelles-geschick">Kulturelles Geschick</h3>

<p>Kulturelle Anpassung um jeden Preis führt deshalb nicht zum Ziel. Vielmehr sollte man sich kulturell geschickt verhalten. D.h. sein eigenes Agieren in einem neuen Umfeld bewußt so anpassen, dass man sich selbst dabei möglichst treu bleibt und so seine Authentizität nicht verliert.</p>

<h3 id="große-bandbreite-an-kulturell-akzeptiertem-verhalten">Große Bandbreite an kulturell akzeptiertem Verhalten</h3>

<p>Dazu kommt, dass es innerhalb einer Kultur nicht nur den einen Verhaltenskodex gibt. Vielmehr sehen wir eine Bandbreite an Verhalten, die als effektiv und akzeptabel gilt. Aufgabe eines jeden ist es nun, seinen eigenen Platz in dieser Zone zu finden. Wenn das gelingt, gewinnt man zwei Dinge. Man fühlt sich wohl in seiner Rolle und ist gleichzeitig kulturell akzeptiert.</p>

<h3 id="wie-findet-man-nun-die-für-sich-richtige-verhaltensweise">Wie findet man nun die für sich richtige Verhaltensweise?</h3>

<p>Gehen Sie je nach Situation flexibel auf veränderte Gegebenheiten ein:</p>

<ol>
  <li>Verstehen Sie die kulturelle Basis und die Bandbreite an kulturell akzeptiertem Verhalten.</li>
  <li>Kennen Sie Ihre persönliche Komfortzone. Sie ist ein Mix aus eigenem kulturellem und persönlichem Hintergrund und den eigenen Vorlieben.</li>
  <li>Finden Sie die Überschneidung aus kultureller Basis und persönlicher Komfortzone.</li>
</ol>

<p>Falls es zu Überschneidungen kommt, ist man in der glücklichen Lage, innerhalb der jeweiligen Kultur angemessen zu interagieren, ohne sich selbst aus seiner eigenen Komfortzone zu bewegen. Gibt es jedoch eine Lücke zwischen den beiden, ist es wichtig, sein kulturelles Geschick einzusetzen. Das heißt nichts anderes, als sich mit wachsamem Verstand und reflektiertem Verhalten auf jede neue Situation einzulassen.</p>

<p><strong>Möchten Sie mehr über Ihre persönliche Komfortzone erfahren? Und wie Sie sie flexibel einsetzen können?</strong></p>

<p><strong>Dann sprechen Sie mich an!</strong></p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Business mit Menschen aus anderen Ländern erfordert Wissen um die jeweiligen kulturellen Feinheiten und die Anwendung derselben. Dabei verlässt man oftmals die eigene Komfortzone. „Eigentlich bin ich ja mit der französischen Verhandlungskultur vertraut, aber ich finde es jedesmal so anstrengend, mich darauf einzulassen. Das führt dazu, dass ich unzufrieden werde und das letztlich den Ausgang]]></summary></entry><entry><title type="html">Haben Sie beruflich mit jemandem aus einer anderen Kultur zu tun?</title><link href="https://www.braun-balzer.de/haben-sie-beruflich-mit-jemandem-aus-einer-anderen-kultur-zu-tun/" rel="alternate" type="text/html" title="Haben Sie beruflich mit jemandem aus einer anderen Kultur zu tun?" /><published>2019-04-02T08:38:23+02:00</published><updated>2019-04-02T08:38:23+02:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/haben-sie-beruflich-mit-jemandem-aus-einer-anderen-kultur-zu-tun</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/haben-sie-beruflich-mit-jemandem-aus-einer-anderen-kultur-zu-tun/"><![CDATA[<p>Wenn dem so ist, entscheidet die Art und Weise, wie sie mit Unterschieden umgehen, darüber, ob Sie beruflich Erfolg oder Misserfolg haben.</p>

<p><strong>Denn: Geschäftlicher Erfolg hängt entscheidend davon ab, wie und ob Sie kulturelle Unterschiede überbrücken können.</strong>\</p>

<p>Dies gilt gleichermaßen für jemanden, der ein globales Team managt, Geschäfte über Grenzen hinweg abschließen oder aber ein ganz neues Geschäft in Übersee aufbauen möchte.</p>

<h2 id="erkennen-sie-kulturelle-muster">Erkennen Sie kulturelle Muster</h2>

<p>Erster Schritt in die richtige Richtung: Kennen Sie die Schlüsselbereiche, in denen Ihre Kultur sich von einer anderen unterscheidet? Hier ein paar Beispiele:</p>

<ul>
  <li><strong>Indivdualismus vs. Kollektivismus:</strong> Identifizieren sich die Protagonisten als unabhängige Personen oder doch eher als Mitglieder einer größeren Gruppe?</li>
  <li><strong>High Kontext vs. Low Kontext:</strong> Sind persönliche Beziehungen für den Abschluss eines Geschäftes wichtig oder besteht eine Verbindung nur auf einer rein sachlichen Basis?</li>
  <li><strong>Steile Hierarchien vs. flache Hierarchien:</strong> Wird der Chef über alles gestellt oder haben auch einzelne andere Mitglieder etwas zu sagen?</li>
  <li><strong>Flexibilität vs. Stabilität:</strong> Ist man flexibel und kommt mit neuen Situationen schnell klar oder eher nicht (Unsicherheitsvermeidung)?</li>
</ul>

<h2 id="verorten-sie-sich-und-ihre-kollegen">Verorten Sie sich und Ihre Kollegen</h2>

<p>Zweiter Schritt: Stellen Sie fest, wo Ihre Kollegen und wo Sie selbst hinsichtlich dieser Fragen stehen. Das können Sie tun, indem Sie auf Kleinigkeiten achten wie:</p>

<ul>
  <li>Werden kleine Erfolge von Ihren Kollegen gefeiert?</li>
  <li>Gibt es „Stars“ unter Ihren Kollegen, die zum Beispiel ein größeres Büro haben als andere?</li>
  <li>Fühlen sich die Leute wohl bei offenem Konflikt?</li>
</ul>

<p>Wenn dem alles so sein sollte, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Kultur, wo Individualismus groß geschrieben wird. Im Gegensatz dazu findet man in eher kollektivistisch geprägten Kulturen versteckte „Influencer“ anstelle von klaren Alphatieren. Auch sind die Leute gern in Gesellschaft, gehen oft miteinander essen und können Konflikte nicht gut aushalten.</p>

<h2 id="lassen-sie-sich-auf-die-kultur-ihres-gegenübers-ein">Lassen Sie sich auf die Kultur Ihres Gegenübers ein</h2>

<p><strong>Wenn Sie nun feststellen, dass Ihre Art zu agieren stark von der Ihres Gegenübers abweicht, sollten Sie versuchen, sich auf die Kultur des anderen einzulassen.</strong></p>

<p>Falls Sie aus einer Kultur stammen, die rein sachlich orientiert ist und wo persönliche Beziehungen nicht sehr wichtig sind: führen sie ihr Gegenüber zum Essen aus oder engagieren Sie sich (für alle sichtbar) sozial. Vielleicht beziehen Sie auch die Familienmitglieder Ihrer Mitarbeiter mehr mit ein?</p>

<p>Sind Sie im Gegenteil eher beziehungsorientiert, denken Sie daran, dass für Ihre anders sozialisierten Kollegen Zeit Geld ist und Sie es sicherlich schätzen würden, wenn Sie sich ein bisschen auf ihre Art zu denken einlassen würden.</p>

<h2 id="bauen-sie-brücken">Bauen Sie Brücken</h2>

<p>Arbeit über kulturelle Grenzen hinweg ist immer eine Herausforderung. Sie können Sie meistern, wenn sie:</p>

<ul>
  <li>sich an den Schlüsselbereichen orientieren, in denen sich Kulturen unterscheiden,</li>
  <li>feststellen, wo Sie und Ihre Kollegen sich befinden hinsichtlich dieser Schlüsselbereiche</li>
  <li>und sich auf die Kultur Ihres Gegenübers einlassen.</li>
</ul>

<p>So sind Sie in der Lage, Brücken zwischen Kulturen zu bauen und letztlich zu beruflichem Erfolg zu finden.</p>

<h2 id="beruflicher-erfolg-dank-interkultureller-sensibilisierung">Beruflicher Erfolg dank interkultureller Sensibilisierung</h2>

<p>Setzen Sie Ihr interkulturelles Feingefühl ein: Ihre Zahlen, sei es nun eine Reduzierung der Kosten oder eine Steigerung der Verkäufe, werden es Ihnen danken.</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Wenn dem so ist, entscheidet die Art und Weise, wie sie mit Unterschieden umgehen, darüber, ob Sie beruflich Erfolg oder Misserfolg haben. Denn: Geschäftlicher Erfolg hängt entscheidend davon ab, wie und ob Sie kulturelle Unterschiede überbrücken können. Dies gilt gleichermaßen für jemanden, der ein globales Team managt, Geschäfte über Grenzen hinweg abschließen oder aber ein]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/warmtinkbrug.webp" /><media:content medium="image" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/warmtinkbrug.webp" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Schwiizerdütsch – mehr als nur ein Anlass zum Schmunzeln</title><link href="https://www.braun-balzer.de/schwiizerduetsch-mehr-als-nur-ein-anlass-zum-schmunzeln/" rel="alternate" type="text/html" title="Schwiizerdütsch – mehr als nur ein Anlass zum Schmunzeln" /><published>2018-07-11T20:28:44+02:00</published><updated>2018-07-11T20:28:44+02:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/schwiizerduetsch-mehr-als-nur-ein-anlass-zum-schmunzeln</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/schwiizerduetsch-mehr-als-nur-ein-anlass-zum-schmunzeln/"><![CDATA[<p>Als schon seit mehr als zehn Jahre in Deutschland lebende Schweizerin spreche ich deutsch mit einem dezenten schweizerischen Akzent.</p>

<h2 id="hochdeutsch-vs-schweizerdeutsch">Hochdeutsch vs. Schweizerdeutsch</h2>

<p>Deshalb kann ich mit jemandem über den Gebrauch von Schweizerdeutsch und Hochdeutsch ins Gespräch. Dabei kristallisierte sich heraus, dass mein Gegenüber ganz selbstverständlich davon ausging, dass ich als (Deutsch-) Schweizerin zwar Schweizerdeutsch sprechen könne, ich doch zu Hause ganz bestimmt gepflegtes Hochdeutsch mit meiner Familie spräche, da sich das ja so gehöre.</p>

<p>Dies mag in Deutschland vielleicht der Fall sein, da soll es – habe ich mir sagen lassen – in gewissen Schichten geradezu verpönt sein, Dialekt zu sprechen.</p>

<p>In der Schweiz aber trifft dies sicherlich nicht zu. Schweizerdeutsch wird von Schweizern als eigenständige Sprache wahrgenommen (und nicht als alemannischer Dialekt) und ist als solche Teil der schweizerischen Identität. Von daher würde es keinem nur im Traum einfallen, zuhause hochdeutsch zu sprechen. Ist Schweizerdeutsch doch auch ein äusseres Zeichen der Abgrenzung zu Deutschland, dem „großen Kanton.“</p>

<h2 id="hochdeutsch-ist-die-schriftsprache">Hochdeutsch ist die „Schriftsprache“</h2>

<p>Hochdeutsch wird in der Schweiz als „Schriftsprache“ bezeichnet.  Dies macht klar, was es ist: die Sprache, die geschrieben, jedoch nicht gesprochen wird. In der Schule sind die Lehrer zwar verpflichtet, Hochdeutsch zu sprechen, halten sich aber meistens nicht daran.  Das ist der einzige Ort, wo Hochdeutsch theoretisch Pflicht ist. Auf Ämtern und anderen offiziellen Stellen wird Schweizerdeutsch gesprochen, ganz ohne Frage.</p>

<h2 id="hochdeutsch-zur-vereinfachung-der-verständigung-zwischen-den-verschiedenen-landesteilen">Hochdeutsch zur Vereinfachung der Verständigung zwischen den verschiedenen Landesteilen</h2>

<p>In TV und Radio allerdings sind die Sender angehalten, auf Hochdeutsch zu senden. Dadurch verstehen auch die Schweizer, die französisch, italienisch oder rätoromanisch als Muttersprache haben, die deutsch-schweizerischen Berichte. Und dies ist für den eidgenössischen Konsens und das Miteinander der Landesteile sehr wichtig.</p>

<h2 id="tendenz-zu-mehr-schweizerdeutsch">Tendenz zu mehr Schweizerdeutsch</h2>

<p>In den letzten Jahren beobachte ich zunehmend die Tendenz, vor allem in der privaten Kommunikation per E-Mail o.Ä., immer mehr Texte auf schweizerdeutsch zu verfassen. Auch die Nachrichten zumindest in kleineren Radiosendern werden vermehrt auf Schweizerdeutsch abgehalten.</p>

<h2 id="ein-schweizerdeutsch-sprachkurs">Ein Schweizerdeutsch-Sprachkurs?</h2>

<p>Ist es jetzt also als Deutscher, der sich längerfristig in der Schweiz niederlassen möchte, ratsam, einen Sprachkurs in Schweizerdeutsch zu belegen?</p>

<p>Tatsächlich gibt es immer mehr solcher Angebote in der Schweiz und sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gerade nicht deutsch-sprachige Ausländer nehmen das Angebot wahr, Deutsche eher nicht. Diese denken sich wahrscheinlich, dass sie die Sprache sowieso verstehen und dies nicht notwendig ist.  Um in der Schweiz wirklich Fuß zu fassen, könnte man darüber nachdenken, einen Kurs in Schweizerdeutsch zu belegen. Zeigt man dadurch nicht Interesse an einem wirklichen Zusammenleben?</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Als schon seit mehr als zehn Jahre in Deutschland lebende Schweizerin spreche ich deutsch mit einem dezenten schweizerischen Akzent. Hochdeutsch vs. Schweizerdeutsch Deshalb kann ich mit jemandem über den Gebrauch von Schweizerdeutsch und Hochdeutsch ins Gespräch. Dabei kristallisierte sich heraus, dass mein Gegenüber ganz selbstverständlich davon ausging, dass ich als (Deutsch-) Schweizerin zwar Schweizerdeutsch sprechen]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/zurich.webp" /><media:content medium="image" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/zurich.webp" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Machen Sie sich bitte frei…</title><link href="https://www.braun-balzer.de/machen-sie-sich-bitte-frei/" rel="alternate" type="text/html" title="Machen Sie sich bitte frei…" /><published>2018-03-10T20:26:35+01:00</published><updated>2018-03-10T20:26:35+01:00</updated><id>https://www.braun-balzer.de/machen-sie-sich-bitte-frei</id><content type="html" xml:base="https://www.braun-balzer.de/machen-sie-sich-bitte-frei/"><![CDATA[<p>Wer kennt ihn nicht, diesen Satz. Beim Arztbesuch ist sofort jedem klar, was zu tun ist: sich für die eingehende Untersuchung auszuziehen.</p>

<p><strong>Versteht das wirklich jeder? Ein</strong> kulturelles Missverständnis</p>

<p>Einer Bekannten von mir, die aus Mauritius kommt und zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange in Deutschland wohnte, machte genau dieser Satz sehr zu schaffen.<br />
Die typische Untersuchungssituation bot sich ihr: sie sprach mit dem Arzt, der sich Notizen machte und beim Verlassen des Raumes zu ihr sagte: „machen Sie sich bitte frei…“.<br />
In Deutschland zumindest ist das eine ganz normale Vorgehensweise: die Patienten ziehen sich dann zur weiteren Untersuchung aus, während der Arzt ins Nebenzimmer geht und sich in dieser Zeit einem anderen Patienten widmet. Dann kommt er zurück und untersucht den Patienten.</p>

<p><strong>Ist Ihnen jemals in den Sinn gekommen, dass man den Satz „machen Sie sich frei…“ auch anders verstehen könnte?</strong></p>

<p>Meine Bekannte jedenfalls stand ganz verdattert alleine im Raum und wusste nicht, was sie zu tun hatte.<br />
Bedeutete der Satz, dass sie sich gedanklich frei machen sollte? Oder hatte „sich frei machen“ etwas mit Freiheit zu tun und bedeutete, dass man sich frei nehmen und die Praxis verlassen sollte? Genau so interpretierte meine Bekannte die Situation und verließ die Praxis unverrichteter Dinge. Der Arzt muss nicht schlecht gestaunt haben, als er in das Untersuchungszimmer zurückgekommen ist und die Patientin nicht mehr vorfand.</p>

<p>Was ist passiert?</p>

<p>Nicht jeder, der der deutschen Sprache mächtig ist, versteht die dahinterliegende Bedeutung des oben genannten Satzes. Auch meine Bekannte, die die einzelnen Worte des Satzes kannte, erfasste den Zusammenhang und die damit einhergehende Konsequenz nicht.</p>

<p><strong>Der kulturelle Code von Sprache</strong></p>

<p>Grund dafür sind kulturelle Unterschiede, auch in der Interpretation von sprachlichem Ausdruck. Es gibt ungeschriebene Gesetze, eingeschliffene Verhaltensweisen, die nur Mitglieder ein und derselben Kultur verstehen. Ein Außenstehender, der wie meine Bekannte aus Mauritius noch nicht lange mit den deutschen Gepflogenheiten in Kontakt war, ist damit überfordert, weil er die gesellschaftlichen verbalen und nonverbalen Codes nicht kennt.</p>]]></content><author><name>Dr. Ines Braun-Balzer</name></author><category term="blog" /><summary type="html"><![CDATA[Wer kennt ihn nicht, diesen Satz. Beim Arztbesuch ist sofort jedem klar, was zu tun ist: sich für die eingehende Untersuchung auszuziehen. Versteht das wirklich jeder? Ein kulturelles Missverständnis Einer Bekannten von mir, die aus Mauritius kommt und zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange in Deutschland wohnte, machte genau dieser Satz sehr zu schaffen. Die typische]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/doctor.webp" /><media:content medium="image" url="https://www.braun-balzer.de/assets/images/doctor.webp" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry></feed>